Ratgeber · Kosten, Förderung & Finanzierung
Wie viel Haus können Sie sich leisten?
Wie viel darf ein Haus kosten, damit am Monatsende noch Geld für Urlaub, Auto und Kinder übrig bleibt?
Diese Frage beantwortet kein Online-Rechner perfekt. Mit drei Faustregeln und einem ehrlichen Blick auf Ihr Konto kommen Sie aber nah heran.
Auf einen Blick
- Faustregel: Die Kreditrate sollte höchstens 35 bis 40 % Ihres Nettoeinkommens betragen.
- Eigenkapital: mindestens die Nebenkosten, besser 20 % des Kaufpreises.
- In NRW kommen ohne Makler rund 8,5 % Nebenkosten zum Preis.
- Rechnen Sie laufende Hauskosten und eine Reserve immer mit ein.
- Bei 489.000 € Kaufpreis und 100.000 € Eigenkapital liegt die Rate bei rund 2.150 € (Beispiel).
Welche Faustregeln helfen beim Start?
Regel 1: die Rate. Ihre monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 35 bis 40 % Ihres Haushaltsnettos ausmachen. Je höher Ihr Einkommen, desto eher geht auch mehr. Je mehr Kinder und Autos, desto weniger.
Regel 2: das Eigenkapital. Bringen Sie mindestens die Kaufnebenkosten selbst mit. Besser sind 20 % des Kaufpreises. Das senkt den Zins.
Regel 3: die Haushaltsrechnung. Schreiben Sie drei Monate lang auf, was Sie wirklich ausgeben. Die Differenz zwischen Einkommen und Ausgaben (ohne heutige Miete) ist Ihr Spielraum für Rate und Hauskosten.
Wie sieht das mit echten Zahlen aus?
Die folgenden Beispiele nutzen die Preise der drei Haustypen der Bockmühlgärten. Annahmen: 8,5 % Nebenkosten (ohne Makler, da provisionsfrei), 100.000 € Eigenkapital, 4 % Sollzins und 2 % anfängliche Tilgung.
| Reihenmittelhaus | Reihenendhaus | Einfamilienhaus | |
|---|---|---|---|
| Kaufpreis | 470.000 € | 489.000 € | 528.000 € |
| Nebenkosten ca. 8,5 % | 39.950 € | 41.565 € | 44.880 € |
| Gesamtkosten | 509.950 € | 530.565 € | 572.880 € |
| Eigenkapital | 100.000 € | 100.000 € | 100.000 € |
| Kreditbedarf | 409.950 € | 430.565 € | 472.880 € |
| Monatsrate (4 % Zins + 2 % Tilgung) | ca. 2.050 € | ca. 2.153 € | ca. 2.364 € |
| davon Zinsen im ersten Monat | ca. 1.366 € | ca. 1.435 € | ca. 1.576 € |
| Empfohlenes Haushaltsnetto (Rate = 35–40 %) | ca. 5.100 – 5.900 € | ca. 5.400 – 6.200 € | ca. 5.900 – 6.800 € |
Zur Rate kommen laufende Kosten wie Grundsteuer, Versicherungen, Strom und Rücklagen. Planen Sie dafür bei einem neuen Reihenhaus grob 475 bis 685 € im Monat ein. Wie sich das zusammensetzt, zeigt der Ratgeber Laufende Kosten im Eigenheim.
Wie rechnet die Bank?
Die Bank macht eine eigene Haushaltsrechnung. Sie setzt für Lebenshaltung feste Pauschalen an, zum Beispiel pro Erwachsenem und pro Kind. Dazu kommen Auto, Versicherungen und bestehende Kredite. Was übrig bleibt, muss die Rate sicher decken. Viele Banken rechnen zusätzlich mit einem höheren Zins, um zu prüfen, ob Sie auch eine teurere Anschlussfinanzierung schaffen würden.
Deshalb kann die Bank zu einem anderen Ergebnis kommen als Sie. Fragen Sie nach, welche Pauschalen sie ansetzt. Laufende Ratenkredite, etwa für ein Auto, senken Ihren Spielraum deutlich.
Was macht mehr Eigenkapital aus?
Eine ganze Menge. Mit 150.000 € statt 100.000 € Eigenkapital sinkt der Kredit beim Reihenendhaus auf rund 380.565 €. Die Rate fällt dann auf etwa 1.903 € – rund 250 € weniger im Monat. Dazu kommt oft ein besserer Zins, weil die Bank weniger Risiko trägt.
Welche Rolle spielt die Provision?
Eine große. Müssten Sie beim Reihenendhaus zusätzlich 3,57 % Käuferprovision zahlen, wären das rund 17.457 € mehr. Diesen Betrag müssten Sie ansparen oder finanzieren. Bei einem provisionsfreien Kauf bleibt er in Ihrem Eigenkapital. Mehr dazu im Ratgeber Kaufnebenkosten in NRW.
Ehrlich gesagt: Die Bank sagt oft Ja zu mehr, als gut ist
Banken prüfen, ob Sie die Rate rechnerisch tragen können. Ob Sie dann noch ruhig schlafen, prüfen sie nicht. Denken Sie an Elternzeit, Teilzeit, ein neues Auto oder eine kaputte Waschmaschine. Und daran, dass die Zinsen nach der Zinsbindung höher sein können.
Halten Sie deshalb eine Notreserve von drei bis sechs Nettogehältern auf dem Konto – zusätzlich zum Eigenkapital.
Wie gehen Sie jetzt am besten vor?
- Haushaltsbuch führen und Ihren echten Spielraum ermitteln.
- Eigenkapital zusammenrechnen: Konto, Depot, Bausparvertrag, Schenkungen.
- Zwei bis drei Finanzierungsangebote einholen.
- Mögliche Förderung prüfen, bevor Sie etwas unterschreiben.
Und bei den Bockmühlgärten?
Die drei Haustypen der Bockmühlgärten liegen preislich nah beieinander: Reihenmittelhaus 470.000 €, Reihenendhaus 489.000 €, Einfamilienhaus 528.000 €. Alle sind für Käufer provisionsfrei. Den aktuellen Stand aller sechs Häuser sehen Sie unter Preise und Verfügbarkeit.
Fragen zu Budget und Rate
Wie viel Haus kann ich mir mit 4.000 € netto leisten?
Mit der Faustregel von 35 bis 40 % wäre eine Rate von 1.400 bis 1.600 € tragbar. Bei 4 % Zins und 2 % Tilgung entspricht das einem Kredit von etwa 280.000 bis 320.000 €. Plus Eigenkapital ergibt das Ihren möglichen Kaufpreis inklusive Nebenkosten.
Rechnet die Bank Kindergeld und Elterngeld mit ein?
Kindergeld meist ja. Elterngeld ist befristet und wird oft nicht oder nur teilweise berücksichtigt. Fragen Sie Ihre Bank, wie sie rechnet.
Geht es auch ohne Eigenkapital?
Manche Banken finanzieren bis zu 100 % oder mehr. Das ist teurer und riskanter, weil Sie mehr Zinsen zahlen und länger brauchen. Eine Vollfinanzierung sollte nur mit sehr sicherem Einkommen erwogen werden.
Warum ist 2 % Tilgung ein guter Richtwert?
Mit 2 % Tilgung bei rund 4 % Zins sind Sie nach etwa 27 bis 28 Jahren schuldenfrei – vorausgesetzt, der Zins bleibt gleich. Mit 3 % Tilgung geht es deutlich schneller, die Rate steigt aber.
Fazit
Wie viel Haus Sie sich leisten können, hängt von drei Zahlen ab: Ihrem Nettoeinkommen, Ihrem Eigenkapital und Ihren echten Ausgaben. Als Faustregel gilt: Die Rate sollte höchstens 35 bis 40 % des Nettos betragen. Rechnen Sie Nebenkosten, laufende Kosten und eine Reserve immer mit. Dann wird aus dem Traum ein Plan.
Rechnen Sie mit echten Zahlen
Im Exposé finden Sie Preise, Wohnflächen und Grundrisse aller Häuser. Eine gute Grundlage für Ihr Bankgespräch.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Häufige Fragen zur Immobilienfinanzierung
- Verbraucherzentrale NRW: Bau- und Immobilienfinanzierung
- Finanzverwaltung NRW: Grunderwerbsteuer
- KfW: Wohneigentum für Familien (300)
Die Angaben wurden bei Veröffentlichung geprüft. Konditionen und Gesetze können sich ändern. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.