Ratgeber · Bauen & Einziehen

Eigenleistung im Neubau: Wo Sie sparen – und wo nicht

Wie viel sparen Sie wirklich, wenn Sie Ihre Wände selbst streichen? Und was kostet es Sie an Zeit, Nerven und Wochenenden?

Eigenleistung ist beim Neubau ein beliebter Weg, Geld zu sparen. Sie kann sich lohnen. Sie kann aber auch teuer werden, wenn Zeit, Können oder Planung fehlen. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, ehrlich abzuwägen.

Auf einen Blick

  • Malerarbeiten gehören zu den Eigenleistungen, die auch Laien gut schaffen.
  • Banken erkennen Eigenleistung oft nur bis etwa 10–15 % der Baukosten als Eigenkapitalersatz an.
  • Für Ihre eigene Arbeit gibt es keine Gewährleistung vom Bauträger.
  • Planen Sie Zeit realistisch – doppelte Miete frisst die Ersparnis schnell auf.
  • Helfer aus Familie und Freundeskreis sollten versichert sein.

Welche Arbeiten eignen sich für Eigenleistung?

Nicht jede Arbeit passt zu jedem. Die Faustregel: Alles, was sicherheitsrelevant ist oder die Dichtheit des Hauses betrifft, gehört in die Hände von Fachbetrieben. Alles, was man sieht und leicht korrigieren kann, eignet sich eher.

ArbeitEignung für LaienHinweis
Wände und Decken streichengutZeit und sauberes Abkleben sind entscheidend
TapezierenmittelÜbung hilft, besonders an Decken
Bodenbelag verlegen (z. B. Klick-Vinyl)mittelUntergrund und Dehnungsfugen beachten
Garten anlegen, Zaun setzengutGrenzen und Nachbarrecht beachten
Fliesen legenanspruchsvollFehler sieht man jahrelang
Elektro, Sanitär, Abdichtungnicht geeignetFachbetrieb, Sicherheit und Normen

Wie viel sparen Sie wirklich?

Rechnen Sie ehrlich. Nehmen Sie das Angebot eines Malerbetriebs und ziehen Sie Material, Werkzeug und Zubehör ab. Was übrig bleibt, ist Ihr Lohn. Teilen Sie ihn durch die Stunden, die Sie brauchen. Dann sehen Sie, was Ihre Stunde wert ist.

Ein Profi ist oft doppelt oder dreimal so schnell. Er bringt Gerüste, Sprühtechnik und Routine mit. Wer selten streicht, braucht für ein ganzes Haus schnell mehrere Wochenenden. Zählen Sie auch Pausen für Trocknung und Zwischenschliff mit.

Was sagt Ihre Bank zur Eigenleistung?

Viele Banken rechnen Eigenleistung als sogenannte Muskelhypothek an. Sie ersetzt dann einen Teil des Eigenkapitals. Laut Sparkasse erkennen Banken meist bis etwa 10 bis 15 % der Baukosten an. Oft verlangen sie eine Aufstellung: Welche Arbeiten, welches Material, wie viele Stunden.

Wichtig: Wenn Sie Eigenleistung einplanen und sie nicht schaffen, müssen Sie später doch einen Betrieb bezahlen. Planen Sie deshalb einen Puffer ein.

Wann beginnen Sie am besten?

Bei Malerarbeiten meist nach der Abnahme und Übergabe. Dann haben Sie die Schlüssel, und alle Mängel stehen im Protokoll. Wichtig: Fotografieren Sie jeden Raum, bevor Sie loslegen. So lässt sich später klar trennen, was vom Bau stammt und was von Ihrer Arbeit.

Neubauten enthalten anfangs noch Baufeuchte. Lüften Sie regelmäßig und wählen Sie Farben, die für frische Wände geeignet sind. Fragen Sie im Fachhandel nach atmungsaktiven Wandfarben.

Welche Risiken sollten Sie kennen?

  • Keine Gewährleistung: Für Ihre eigenen Arbeiten haftet der Bauträger nicht. Beschädigen Sie dabei etwas, etwa eine Leitung beim Bohren, tragen Sie die Kosten.
  • Zeitdruck: Jede Woche bis zum Einzug kann doppelte Miete bedeuten.
  • Unfallrisiko: Leitern und Gerüste sind typische Gefahrenquellen.
  • Helfer versichern: Wer bei einem privaten Bauvorhaben Helfer einsetzt, muss das in vielen Fällen innerhalb einer Woche der BG BAU melden. Prüfen Sie, ob das für Sie gilt.

Ehrlich gesagt: Eigenleistung lohnt sich nicht für jeden

Wenn Sie beide voll berufstätig sind, kleine Kinder haben oder einen festen Einzugstermin brauchen, ist ein Malerbetrieb oft die bessere Wahl. Die gesparte Zeit ist dann mehr wert als das gesparte Geld.

Ein guter Mittelweg: Lassen Sie Decken und Treppenhaus vom Profi machen und streichen Sie die Zimmer selbst.

Eigenleistung in den Bockmühlgärten

In den Bockmühlgärten sind Maler- und Tapezierarbeiten nicht im Kaufpreis enthalten. Sie gestalten Ihre Wände selbst – in Ihren Farben und in Ihrem Tempo. Wer lieber in fertige Räume zieht, kann die Malerarbeiten optional über einen Anbieter buchen.

Auch Küche, Bepflanzung, Zäune, Hausnummer und Briefkasten übernehmen Sie selbst. Rollrasen und eine planierte Außenanlage sind dagegen schon dabei. Was genau zum Leistungsumfang gehört, zeigt die Seite Ausstattung der Bockmühlgärten. Vor dem Einzug steht außerdem die Bauabnahme an.

Häufige Fragen

Wie lange sollten Neubauwände vor dem Streichen trocknen?

Das hängt vom Putz, der Jahreszeit und dem Lüften ab. Frischer Putz sollte vor dem Streichen ausreichend getrocknet sein. Fragen Sie den Bauträger oder einen Maler nach dem Zustand und lüften Sie in den ersten Monaten regelmäßig.

Welche Farbe eignet sich für einen Neubau?

Für frische Wände eignen sich atmungsaktive Wandfarben wie Silikat- oder Kalkfarben. Auch hochwertige Dispersionsfarben mit guter Deckkraft sind möglich. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten und machen Sie vorher eine Probefläche.

Muss ich Eigenleistungen im Kaufvertrag festhalten?

Ja, wenn dadurch Leistungen aus dem Vertrag wegfallen oder sich der Preis ändert. Das sollte schriftlich und eindeutig geregelt sein. Bei Bauträgerverträgen kann dafür eine notarielle Form nötig sein. Fragen Sie Ihren Notar.

Was passiert, wenn ich mit der Eigenleistung nicht fertig werde?

Dann müssen Sie die restlichen Arbeiten beauftragen und selbst bezahlen. Haben Sie die Eigenleistung bei der Bank als Eigenkapitalersatz angesetzt, fehlt dieses Geld. Ein Puffer im Budget schützt Sie davor.

Kann ich Freunde gegen Bezahlung helfen lassen?

Vorsicht: Bezahlte Hilfe kann schnell zu Schwarzarbeit werden. Helfen Freunde aus Gefälligkeit, sollten sie trotzdem versichert sein. Klären Sie mit der BG BAU, ob eine Meldung nötig ist.

Fazit

Eigenleistung spart Geld, wenn Sie Zeit, Geschick und einen Plan haben. Malerarbeiten sind dafür der Klassiker. Rechnen Sie Ihre Stunden ehrlich und denken Sie an Puffer, Versicherung und Einzugstermin.

Und wenn Sie lieber Zeit gewinnen: Dann ist der Profi keine Niederlage, sondern eine kluge Entscheidung.

Ihr Haus. Ihre Farben.

Im Exposé sehen Sie, was in den Bockmühlgärten enthalten ist – und wo Sie selbst gestalten können.

Quellen

Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Gesetze, Förderbedingungen und Preise ändern sich. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor Ihrer Entscheidung.