Ratgeber · Entscheiden & Wohnen

Homeoffice im eigenen Haus: So arbeiten Sie gern zu Hause

Christian Gottschling, Autor des Ratgebers, im Beratungsgespräch

Christian Gottschling

Geschäftsführer der GOTTSCHLING Immobilien GmbH · 20+ Jahre Immobilienpraxis

8:55 Uhr. Der Kaffee steht auf dem Schreibtisch, der Videocall beginnt gleich. Unten fällt die Haustür ins Schloss, die Kinder sind auf dem Weg zur Schule. Sie schließen Ihre Tür – und im Raum ist es still. Der Blick geht ins Grüne, das Licht kommt von der Seite, das Netz ist stabil.

So kann Homeoffice im eigenen Haus aussehen. Damit es so wird, lohnt sich Planung – am besten, bevor die Wände gestrichen und die Steckdosen gesetzt sind.

Auf einen Blick

  • Ein eigenes Zimmer mit Tür ist der wichtigste Baustein für konzentriertes Arbeiten.
  • Stellen Sie den Schreibtisch seitlich zum Fenster. So blendet weder Sonne noch Bildschirm.
  • Planen Sie mindestens eine Netzwerkdose und genug Steckdosen am Arbeitsplatz.
  • Eine Raum-für-Raum-Heizung spart Energie, wenn nur das Büro tagsüber warm sein muss.
  • Steuerlich gilt die Tagespauschale von 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr.
Helles Arbeitszimmer mit Schreibtisch, Laptop und Fenster mit Blick ins Grüne
Symbolbild

Wo im Haus arbeiten Sie am besten?

Am besten in einem eigenen Raum mit Tür, weg vom Wohn- und Essbereich. Im Obergeschoss ist es tagsüber meist ruhiger, weil dort niemand kocht oder spielt. Ein Raum zur Gartenseite ist oft leiser als einer zur Straße.

Denken Sie auch an die Zukunft: Das Homeoffice von heute ist vielleicht das Kinderzimmer von morgen. Ein Raum, der beides kann, macht Ihr Haus flexibler.

Wie planen Sie Licht und Blendschutz?

  • Stellen Sie den Schreibtisch seitlich zum Fenster. Fenster im Rücken spiegeln im Bildschirm, Fenster vor Ihnen blenden.
  • Rollläden oder ein Sonnenschutz helfen bei tief stehender Sonne. Außenliegender Sonnenschutz hält zusätzlich Hitze draußen.
  • Planen Sie einen Deckenauslass und eine Steckdose für eine Schreibtischleuchte.
  • Für Videocalls wirkt Licht von vorn am natürlichsten – etwa eine kleine Leuchte hinter dem Bildschirm.

Welche Technik gehört in die Wand?

Was im Rohbau wenig kostet, wird später teuer. Klären Sie deshalb früh, was in Ihr Büro gehört:

BausteinEmpfehlungWarum
Steckdosen am Schreibtischmehrere, gut erreichbarLaptop, Monitor, Lampe, Ladegeräte, Drucker
Netzwerkdose (LAN)mindestens eine, besser zweiKabel ist stabiler als WLAN – wichtig für Videocalls
Leerrohrezu Router und TechnikraumKabel lassen sich später leicht nachziehen
Deckenauslassüber dem Arbeitsplatzgleichmäßiges Grundlicht
Heizungeinzeln regelbartagsüber warm, abends aus
Rollladen oder Sonnenschutzam Fenster des BürosBlendschutz und Hitzeschutz

Wie schnell ist das Internet am neuen Wohnort?

Bevor Sie kaufen, prüfen Sie die Versorgung an der Adresse. Das Gigabit-Grundbuch des Bundes zeigt, welche Bandbreiten wo verfügbar sind. Fragen Sie außerdem beim Bauträger nach, welcher Hausanschluss vorgesehen ist und ob Glasfaser geplant ist.

Im Haus selbst gilt: Der Router steht meist im Technikraum. Ein Netzwerkkabel bis zum Büro ist die sicherste Lösung. WLAN-Verstärker sind eine Notlösung, keine Planung.

Wie wird der Raum ruhig und angenehm?

Harte Flächen werfen Schall zurück. Ein Teppich, Vorhänge, ein volles Bücherregal oder Akustikbilder machen den Raum ruhiger. Das hilft Ihnen beim Denken und Ihren Gesprächspartnern beim Zuhören.

Achten Sie auf die Temperatur. In einem sehr gut gedämmten Haus reicht oft wenig Heizleistung. Mit einer Heizung, die Raum für Raum regelt, heizen Sie tagsüber gezielt nur Ihr Büro. Wer tagsüber zu Hause arbeitet, nutzt außerdem mehr Strom vom eigenen Dach.

Was können Sie steuerlich absetzen?

Für jeden Tag, an dem Sie überwiegend zu Hause arbeiten, können Sie eine Tagespauschale von 6 € ansetzen – höchstens 1.260 € im Jahr. Dafür brauchen Sie kein eigenes Arbeitszimmer. Die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers können Sie nur dann voll absetzen, wenn es der Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit ist. Alternativ gibt es dann eine Jahrespauschale von 1.260 €.

Ehrlicher Hinweis: Planen Sie das Homeoffice bewusst

Ein Raum im Keller wirkt verlockend, ist aber oft dunkel und nicht immer beheizt. Prüfen Sie, ob er als Aufenthaltsraum geeignet ist. Grenzt Ihr Büro an ein Kinderzimmer, planen Sie Schallschutz und feste Zeiten ein.

Steuerregeln hängen von Ihrer persönlichen Situation ab. Lassen Sie sich von einer Steuerberatung oder einem Lohnsteuerhilfeverein beraten.

Ein Zimmer nur für die Arbeit.

Im Obergeschoss der Reihenhäuser liegen neben dem Elternschlafzimmer drei weitere Zimmer. Eines davon kann Ihr Büro werden.

Grundriss Obergeschoss Reihenhaus mit Elternschlafzimmer, drei weiteren Zimmern und Bad
Obergeschoss: drei Zimmer für Kinder oder Homeoffice. Maßgeblich sind die Grundrisse im Exposé.

Homeoffice in den Bockmühlgärten

Die Häuser in den Bockmühlgärten haben je nach Typ 4 bis 6 Zimmer. In den Reihenhäusern liegen im Obergeschoss das Elternschlafzimmer, das Bad und drei weitere Zimmer – ideal für Kinder und ein eigenes Büro mit Tür. Wohnen, Essen und Kochen spielen sich im Erdgeschoss ab. So bleibt oben Ruhe.

Infrarot-Heizflächen in allen Räumen lassen sich einzeln steuern. Die Photovoltaikanlage liefert tagsüber Strom für Laptop, Monitor und Kaffeemaschine. Welcher Grundriss zu Ihrem Arbeitsalltag passt, zeigt der Überblick über die Häuser. Wie Sie von Wuppertal aus pendeln, wenn Sie doch ins Büro müssen, lesen Sie unter Verkehr und Pendeln.

Familie wandert durch einen hellen Buchenwald am Hang
Symbolbild

Häufige Fragen

Wie groß sollte ein Homeoffice sein?

Für einen Schreibtisch mit Stuhl, Regal und etwas Bewegungsraum sind grob 8 bis 10 m² ein guter Richtwert. Arbeiten zwei Personen im selben Raum, sollten es eher 12 m² oder mehr sein. Wichtiger als die Fläche sind Tür, Licht und Ruhe.

Reicht WLAN für das Homeoffice?

Für E-Mails und Surfen oft ja. Für stabile Videocalls und große Dateien ist ein Netzwerkkabel besser. Planen Sie deshalb im Neubau mindestens eine Netzwerkdose im Büro ein.

Kann ich die Homeoffice-Pauschale nutzen, ohne ein eigenes Arbeitszimmer zu haben?

Ja. Die Tagespauschale von 6 € gilt für jeden Tag, an dem Sie überwiegend zu Hause arbeiten – auch am Esstisch. Sie ist auf 1.260 € im Jahr begrenzt.

Wie wird mein Büro videocall-tauglich?

Licht von vorn, ein ruhiger Hintergrund und wenig Hall. Ein Teppich und Vorhänge dämpfen den Schall. Ein Netzwerkkabel und ein gutes Headset machen den Rest.

Soll das Homeoffice zur Straße oder zum Garten liegen?

Zum Garten ist es meist ruhiger und der Blick ins Grüne tut gut. Zur Straße sehen Sie, wer kommt. Wenn Sie viel telefonieren oder Videocalls haben, ist die ruhige Seite die bessere Wahl.

Fazit

Ein gutes Homeoffice entsteht nicht durch einen schönen Schreibtisch, sondern durch Planung. Sie brauchen einen Raum mit Tür, Licht von der Seite, Netzwerkkabel und genug Steckdosen. Dazu eine Heizung, die nur dort wärmt, wo Sie sitzen.

Wer das beim Neubau mitdenkt, arbeitet entspannter zu Hause – und spart sich teure Umbauten.

Raum für heute. Platz für morgen.

Sehen Sie sich die Grundrisse der Bockmühlgärten an und finden Sie das Zimmer für Ihr Homeoffice.

Quellen

Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Gesetze, Förderbedingungen und Preise ändern sich. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor Ihrer Entscheidung.